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Einfach das Ende der Welt

de Jean-Luc Lagarce

Texte original : Juste la fin du monde traduit par Uli Menke

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Einfach das Ende der Welt :Ausschnitt 2: Frankreichs Könige

CATHERINE – Sie haben uns eine Zeile geschrieben,
Sie haben mir eine Zeile geschrieben, und Blumen, erinnere ich mich.
Das war, das bedeutete, das war eine sehr freundliche Aufmerksamkeit und
es hat mich berührt, aber tatsächlich,
Sie haben sie nie gesehen.
Heute wird es auch nichts, Pech halt, nein, auch heute wird sich daran nichts ändern.
Ich werde ihr erzählen.
Wir hatten, haben Ihnen eine Photographie von ihr geschickt – sie ist ganz klein, ganz zart, ein Baby, so ein Unsinn! -
Und auf der Photographie sieht sie nicht so aus wie Antoine, überhaupt nicht, sie sieht niemandem ähnlich,
wenn man so klein ist, sieht man nichts ähnlich,
ich weiß nicht, ob Sie sie bekommen haben.
Jetzt ist sie ganz anders, ein Mädchen, und Sie könnten sie nicht
wiedererkennen, sie ist gewachsen und hat Haare.
Schade eigentlich.

ANTOINE – Laß das, du langweilst ihn.

LOUIS– Überhaupt nicht,
warum sagst du das, erzähl mir nicht sowas.

CATHERINE – Ich langweile Sie, ich langweile alle Welt damit, mit den Kindern, man glaubt, interessant zu sein.

LOUIS– Ich weiß nicht, warum er das gesagt hat,
ich habe es nicht verstanden,
warum hast du das gesagt?
das ist gemein, nein, nicht gemein, quälend.
Es langweilt mich überhaupt nicht, das alles, meine Patenkinder, Neffen, meine Neffen, sie sind nicht meine Patenkinder, meine Neffen, Nichten, meine Nichte, das interessiert mich.

Außerdem ist da ein kleiner Junge, er heißt so wie ich.
Louis?

CATHERINE – Ja, ich bitte Sie um Entschuldigung.

LOUIS– Das freut mich, ich bin gerührt, ich war gerührt.

CATHERINE – Da ist noch ein Junge, ja.
Der kleine Junge ist,
jetzt ist er sechs Jahre alt.
Sechs Jahre?
Ich weiß nicht, was noch?
Sie haben zwei Jahre Abstand, zwei Jahre trennen sie.
Was könnte ich noch sagen?

ANTOINE – Ich habe nichts gesagt,
guck mich nicht so an!
Siehst du, wie sie mich anguckt?
Was habe ich gesagt?
Was ich sagen soll, sollte, was ich sage, soll dich nicht stören, ich habe nichts gesagt, was dich
durcheinander bringen könnte,
sie ist durcheinander,
sie kennt dich kaum und sie ist durcheinander,
Catherine ist so.
Ich habe nichts gesagt.
Er hört dir zu,
interessiert dich das?
Er hört dir zu, er hat es gerade gesagt,
es interessiert ihn, unsere Kinder, deine Kinder, meine Kinder,
das gefällt ihm,
gefällt dir das?
Er ist fasziniert, ein Mensch, der von der Beschreibung unseres Nachwuchses begeistert ist,
er liebt diesen Gesprächsstoff,
ich weiß nicht warum, was mich gepackt hat,
auf seinem Gesicht deutete nichts auf Langeweile hin, ich muß es ohne darüber nachzudenken gesagt haben.

CATHERINE – Ja, nein, daran habe ich nicht gedacht.

LOUIS– Es ist quälend, das macht man nicht.
Ich fühle mich nicht wohl,
entschuldige mich,
entschuldigt mich,
ich bin dir nicht böse, aber du hast es geschafft, daß ich mich nicht wohl fühle und nun,
jetzt,
fühle ich mich nicht wohl.

ANTOINE – Das wird meine Schuld sein.
Ein so schöner Tag.

DIE MUTTER – Sie sprach von Louis,
Catherine, du hast von Louis gesprochen,
dem Jungen.
Laß ihn, du weißt wie er ist.

CATHERINE – Ja. Entschuldigung, ich sagte,
er heißt so wie Sie, aber, ehrlich gesagt...

ANTOINE – Ich entschuldige mich.
Schon o.k., ich entschuldige mich, ich habe nichts gesagt, sagen wir, ich habe nichts gesagt,
und du, guck mich nicht so an,
du guckst mich jetzt nicht mehr so an,
ehrlich, ehrlich,
was habe ich gesagt?

CATHERINE – Ich habe verstanden.
Ich habe dich verstanden.

Ich sage, er trägt vor allem,
der Ursprung liegt eher in
- ich erzähls -
er trägt in erster Linie den Vornamen Ihres Vater und folglich, zwangsläufig

ANTOINE – Frankreichs Könige.

CATHERINE – Hör zu, Antoine,
hör mir zu, ich sage nichts, es ist mir egal,
du erzählst an meiner Stelle!

ANTOINE – Ich habe nichts gesagt,
ich habe einen Witz gemacht,
kann man keine Witze machen,
wenn man, an einem Tag wie heute, keine Witze machen kann...

DIE MUTTER – Er macht Witze, den Witz hat er schon einmal gemacht.

ANTOINE – Erklär.


Traduction de Uli Menke (Allemagne)


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