Holzfällen ist die Geschichte einer »Erregung«, die Geschichte eines »künstlerischen Abendessens« in Wien. Der Ich-Erzähler, Schriftsteller, sitzt auf dem Ohrensessel und
beobachtet die Gesellschaft, die auf den Schauspieler des Burgtheaters wartet, der versprochen hatte, gegen halb zwölf zu diesem Essen zu kommen.
Es entspricht der erzählerischen Dramaturgie wie der musikalischen Wortfügung Bernhards, dass in der Mitte der Erzählung der Burgschauspieler endlich auftritt. Der Schauspieler
setzt der Abendgesellschaft die Botschaft des Natürlichen entgegen: »Wald, Hochwald, Holzfällen«. Für den Erzähler dauert diese philosophische Haltung, die ihn für den Schauspieler
einnimmt, jedoch nur Augenblicke. Ihn selbst erfasst eine immer größere Erregung. Er verlässt das Haus, rennt in die Innere Stadt Wiens hinein, diese Stadt, die er hasst und die
doch für ihn die beste Stadt ist, deren Menschen er hasst und die doch für ihn die besten Menschen sind.
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ISBN : 3-518-39688-9